Freie Wähler
Stutensee e.V.
Jahreshauptversammlung 2011 des Landesverbandes der Freien Wähler
Wie bereits auf der Jahreshauptversammlung in Stutensee war die Einflussnahme auf kommunalpolitische Themen in Stuttgart eines der Kernthemen auf der jüngsten Landesdelegiertenkonferenz der Freien Wähler am vorvergangenen Samstag. Einstimmig wurde ein Antrag des Kreisverbandes Rhein-Neckar auf institutionalisierte Einbindung der Freien Wähler bei Themen der Kommunalpolitik der Landesregierung Baden-Württemberg angenommen, der bei den nächsten Gesprächen mit dem für Bürgereinbeziehung werbenden neuen MP Kretschmann behandelt werden soll. Landesvorsitzender Kälberer stellte diese Bürgerbeteiligung auch in seinem Grundsatzreferat in den Mittelpunkt und stellte wesentliche Punkte aus der Koalitionsvereinbarung zur Diskussion, die sich auf die Kommunen auswirken werden. Hierzu gehören natürlich auch die Themen der Förderung des ländlichen Raumes, des Ausbaues und Unterhaltung der Straßen im Lande sowie beispielsweise auch der Wohnraumförderung. Kälberer stellte die Notwendigkeit eines Vollzeitparlamentes in Frage, da ja sowieso die meisten Aufgaben und Vorgaben über EU und den Bund vorgegeben und umgesetzt werden müssen und sprach in diesem Zusammenhang auch von der Gefahr, dass ein solches Parlament möglicherweise überwiegend aus politischen Karrieristen ohne große Berufserfahrung bestehen dürfte. Kälberer, der dem Landesverband auch in den nächsten beiden Jahren vorsteht, forderte darüber hinaus eine verstärkte interkommunale Zusammenarbeit zur Haushaltskonsolidierung. Der Gastreferent Helmut M. Jahn, Präsident des Landkreistages BW, ging in seinem Referat kritisch auf eine mögliche Gemeinde- und Verwaltungsreform mit Kreisänderungen und Regionalverwaltungen ein. Bei der vorgesehenen Änderung des Abfallgesetzes fürchtet er eine „Rosinenpickerei“ durch eine partielle Privatisierung der Müllentsorgung mit ökologisch fragwürdigen Entsorgungswegen. Wichtig war auch ihm die Mittelbereitstellung für von oben verordnete Aufgabenübernahmen. Abschließend wurde auch auf der Landesdelegiertenversammlung nochmals das Thema Parteiwerdung / Teilnahme an Landtagswahlen diskutiert, das erneut auf große Ablehnung unter den Delegierten stieß. Claus J. Mielicke
Wo kommt der Strom der Zukunft her?
Unter dem obigen Thema steht ein vom Bildungswerk für Kommunalpolitik organisierter Vortrag von Dr. Heiner Dörner, zu dem wir Mitglieder und Interessierte heute schon einladen wollen für den 10.2.2011 um 19:30 Uhr in den Saal von Schuh´s Restaurant in Büchig (VSV Vereinsheim). Der Vortrag wird veranstaltet vom Kreisverband der Freien Wähler Karlsruhe-Land und dem Gemeindeverband Stutensee.
Gerade in Zeiten, wo wieder eine heftige Diskussion um den Ausstieg vom Ausstieg der Kernenergie bzw. der Verlängerung der Laufzeiten von Kernkraftwerken stattfindet, erscheint es sinnvoll, sich mit dem ganzen Stromerzeugungsmix zu beschäftigen, um für die Zukunft die richtigen Weichenstellungen zu treffen. Es gibt keine Königswege, wie viele meinen, weder für die rein konventionelle als auch die regenerative Stromgewinnung, sondern nur das Zusammenspiel der verschiedenen Erzeugungsarten wird den Bedarf für die Zukunft abdecken können, wobei natürlich immer wieder neue Rahmenbedingungen beachtet werden müssen.
Heiner Dörner, langjähriger stellvertretender Vorsitzender des FW-Landesverbandes, war Universitätsdozent in Stuttgart und u.a. Schüler des Windanlagenbauer Prof. Hütter, der die ersten Windräder am Rande der schwäbischen Alb aufgebaut hat. Als Gemeinderat in Heilbronn ist er auch mit der (kommunal)politischen Seite der Energieerzeugung bestens vertraut. Wir laden recht herzlich heute schon zu dieser Vortragsveranstaltung ein. Claus J. Mielicke
Freie Wähler Gemeinderatsfraktion: "Stuttgart 21" - Die Nerven liegen blank!
Die
Das Mega-Vorhaben, den Kopfbahnhof in Stuttgart in einen Durchgangsbahnhof umzubauen, erregt seit einigen Wochen massiv die Gemüter, es wird seit kurzem von politischer Seite aus einseitig, aber kraftvoll Stimmung aufgebaut
und die Wogen in der "Gegensätzlichkeit der Meinungen" schlagen immer höher. Ist dies ein professionell inszeniertes Sommertheater? Diese Frage ist nicht einfach zu beantworten. Ich denke, dass die Planungen für dieses ungeheuer
teure Vorhaben seit Jahren bekannt sind, aber sich weder die Befürworter, noch die Gegner, ernsthaft hierüber ausgetauscht haben. Hier soll einerseits mit allem Druck durchgesetzt werden, was einmal am grünen Tisch beschlossen wurde.
Dies wohlgemerkt zu einer Zeit, als von einer großen Weltwirtschaftskrise noch nichts zu spüren war. Andererseits müssen sich die (zum Teil auch militanten) Gegner den Vorwurf gefallen lassen, sich nicht rechtzeitig mit der Materie befasst zu haben.
Ich jedenfalls habe mit Zustimmung meiner Fraktion zum wiederholten Male folgende Aussage in der vergangenen Haushaltsrede am 14. Dezember 2009 (!) getroffen:
"… Aber auch unser Bundesland ist anscheinend wenig beeindruckt von der völlig desolaten Situation. So nimmt man höchst arrogant und völlig unberührt hin, dass sich das Prestigeprojekt "Stuttgart 21" von den bisher kalkulierten Kosten in Höhe
von 3,1 Milliarden Euro um eine weitere Milliarde auf 4,1 Milliarden erhöhen wird. Und keiner weiß, ob diese Summe letztendlich ausreichen wird. Diese riskante Akzeptanz ist völlig inakzeptabel, denn sie ist alles andere, als ein
verantwortungsbewusster Umgang mit Steuergeldern. Der östliche Landesteil war bisher doch eher für seine Sparsamkeit bekannt.
Demnach Mehrkosten von 1000 Millionen Euro für nur ein einziges Projekt, die man weit sinnvoller in zukunftsweisende Projekte und in die Bildung investieren müsste. Ich schließe daraus, dass man noch nicht allerorts die brutale Situation zu erkennen scheint,
zumal der Eildienst des Statistischen Landesamtes in einer Pressemitteilung vom 2. Dezember 2009 den Beleg antritt, dass der Umsatz durch den starken Einbruch nach einer Preisbereinigung im Zeitraum vom Januar bis zum Oktober um 27% hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleibt…." (Ende des Zitats aus der Haushaltsrede). Mein Fazit: Dieses Beispiel zeigt musterhaft, dass die Politik nicht an den Empfindungen der Bürger vorbei regieren darf, dass sich aber auch die Bürger rechtzeitig mit ihren Bedenken an die Beschlussgremien wenden sollten. Stuttgart 21 ist jedenfalls ein beeindruckendes Beispiel für eine unzeitgemäße Politik.
Ludwig-W. Heidt, Fraktionsvorsitzender, September 2010
Die
Freien Wähler und
die Landtagswahl
Mit
überwältigender
Mehrheit von 247 zu
2 Stimmen wurde eine
Teilnahme an den
Landtagswahlen 2011
und damit die
Parteiwerdung der
Freien Wähler in
Baden-Württemberg
auf der jüngsten
Delegiertenversammlung
in Markgröningen am
vergangenen Samstag
abgelehnt. Damit ist
die Glaubwürdigkeit
der Freien Wähler,
unabhängig und
sachlich vor Ort
Kommunalpolitik zu
machen ohne Partei
zu sein, weiterhin
gewährleistet. Dies
war auch das
überwiegende Credo
der Stellungnahmen
der Delegierten.
Gleichwohl wurde
aber auch klar, dass
sich die Freien
Wähler in Zukunft
vermehrt in
kommunalpolitische
relevante
Entscheidungen und
Beschlüsse der
Landes-, Bundes- und
vermehrt auch der
Europapolitik
einmischen müssen
und auch werden, um
fragwürdige bzw.
falsche, häufig
parteipolitischen
Erwägungen folgende
Entscheidungen
möglichst frühzeitig
zu stoppen. Auch die
Gründung einer
weiteren Freien
Wähler-Organisation,
die den Part Partei
übernimmt und die
Unabhängigkeit der
bestehenden
Ortsverbände als
kommunalpolitisch
treibende Kraft
weiterhin
gewährleisten könne,
wurde mit 242 zu 6
Stimmen abgelehnt.
Allerdings wird es
als absolut
fragwürdiges
Unterfangen
bezeichnet, dass
sich
Trittbrettfahrer und
politische
Selbstdarsteller
unter dem
Denkmäntelchen der
Freien Wähler jetzt
„produzieren“ wollen
und an
übergeordneten
Wahlen teilnehmen
möchten. Hier werden
der Landesverband,
Kreis- und
Ortsverbände alles
daran setzen, auf
die Namensrechte der
Freien Wähler in
ihrer derzeit
bewährten Existenz
zu bestehen, um den
Wählern die
erforderliche
Klarheit über die
„echten“ und
„unechten“ Freien
Wähler geben zu
können.
Claus J. Mielicke
Änderung des
Landesfeuerwehrgesetzes
erforderlich?
Die
Landesregierung
diskutiert eine
Novellierung des
Landesfeuerwehrgesetzes,
mit der die
„Wirtschaftlichkeit“
der
Gemeindefeuerwehren
verbessert werden
soll, so
Innenminister Rech,
bei gleichzeitiger
Verringerung des
Verwaltungsaufwandes.
Man spricht derzeit
von 3,6 Millionen
Euro als
Mehreinnahmen der
Gemeinden zu Lasten
der Bürger. Dies
halten wir, trotz
der angespannten
Haushaltslage der
Kommunen, für ein
recht fragwürdiges
Unternehmen, dass
u.E. nur zu einer
Nullnummer Aufwand
gegen Einnahmen
ausfallen wird. Oder
ist damit der
Einstieg in die
Teilprivatisierung
des Feuerwehrwesens
nach Beispiel
Dänemark angestrebt?
Egal, der Bürger ist
mal wieder, so oder
so, der Leidtragende
– aber das
interessiert ja
niemanden!
Claus J. Mielicke