Lokal Regional Optimal
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2020

Gerd Altmann/Pixabay

Weihnachtsgrüße in besonderen Zeiten

Dr. Klaus Mayer, 16.12.2020

 

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Es war für unsere Stadt, für unser Land, ja für die ganze Welt ein wirklich außerordentliches Jahr. Wir mussten schon sehr früh in diesem Jahr zwei neue Begriffe lernen: "Corona" und "Pandemie", später kam mit "Lockdown" ein weiteres Wort dazu, für das es offensichtlich keinen deutschsprachigen Begriff gibt. Ein kleines Virus hat sich über die ganze Welt verbreitet, bedroht unsere Gesundheit und unser Leben, und somit bestimmen die Gegenmaßnahmen ganz wesentlich unseren Alltag. Wie schwierig der Umgang mit der Pandemie war und ist, zeigen die unterschiedlichen Strategien, die in verschiedenen Staaten, aber auch in den einzelnen Bundesländern praktiziert und auch wieder verworfen wurden. Als Kommune mussten wir umsetzen was auf Landesebene beschlossen wurde. "Verordnungen" und "Verfügungen" haben unseren Wortschatz ebenfalls bereichert und die sich ständig ändernden Einschränkungen beschrieben.
Die aktuellen Corona-Verordnungen zeigen uns sehr deutlich, wie sehr uns die Pandemie noch im Griff hat. Weihnachten nur im engsten Kreis, keine großen Feuerwerke zu Silvester, Schließung von Schulen und Kindergärten, keine Skiferien oder auch nur -wochenenden, das sind Einschränkungen, die wir bisher nicht kannten. Geschlossene Restaurants und Schwimmbäder, geschlossene Läden im Fachhandel, keine Konzerte, geschlossene Theater und Kinos - viele Branchen, viele Betriebe kämpfen ums Überleben. Corona belastet aber auch unseren kommunalen Haushalt im zu Ende gehenden Jahr schwer. Fehlende Einnahmen und zusätzlich Ausgaben müssen verkraftet werden.
Bei den Beratungen zum Haushalt 2021 ging es in den vergangenen Wochen darum die richtigen Weichenstellungen für das kommende Jahr zu finden. Mit der Verabschiedung des Haushaltes am vergangenen Montag fand die Arbeit im Gemeinderat für das nun zu Ende gehende Jahr ihren Abschluss.
Wir Freien Wähler blicken auf ein arbeits- und ereignisreiches Jahr zurück, in dem wir viel für unsere Stadt erreichen konnten. Wir nehmen aber auch die Erfahrungen in diesem Jahr zum Anlass, in unserer politischen Arbeit zu mehr Dialog einzuladen und noch besser zu kommunizieren. In der Krise liegen immer auch Chancen: wir haben gelernt zusammen zu stehen, das Miteinander wieder neu zu leben, bewusster mit unseren Mitmenschen umzugehen und mehr Rücksicht aufeinander zu nehmen.
Die vor uns liegenden Feiertage werden mit Sicherheit in die Geschichtsbücher eingehen, denn "zur Ruhe zu kommen und etwas Abstand gewinnen" bekommen im Zeichen der Corona Maßnahmen eine ganz neue Bedeutung. Dennoch sollten wir uns nicht entmutigen lassen, nicht in Melancholie verfallen, sondern diese Zeit als Chance betrachten neu über das nachzudenken, was uns wirklich wichtig ist und worauf es uns im Leben wirklich ankommt. Gerade mit Blick auf Weihnachten, erscheint dies eine wichtige Botschaft.
Wir sollten die vor uns liegenden Tage auch nutzen, um Energie zu tanken für ein neues Jahr, in dem wir Stutensee gemeinsam mit Ihnen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, weiter voran bringen wollen, in dem wir gemeinsam aus dieser Krise herausmanövrieren wollen. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen besinnliche Weihnachten, erholsame Urlaubstage, Gesundheit und einen guten Start ins neuen Jahr.

 

Ihre Freien Wähler Stutensee

Jahreshauptversammlung 2020

Am 13.10.2020 fand die diesjährige JHV der Freien Wähler, unter strengen Hygiene Maßnahmen,  im neuen Begegnungszentrum in  Spöck statt.

Der 1. Vorsitzende Jens Richter, konnte dennoch eine große Anzahl Mitglieder, darunter zahlreiche aktive und ausgeschiedene Mandatsträger begrüßen. Nach einem kurzen Gedenken der verstorbenen Mitglieder konnte er direkt mit seinem Bericht zum vergangenen Vereinsjahr beginnen.

Dieses war stark geprägt durch die Corona Pandemie und die damit verbundenen Herausforderungen. So konnten einige Veranstaltungen leider nicht, wie geplant, umgesetzt werden. Ein großes Lob gab es vom 1. Vorsitzenden für den guten Ablauf der Fraktionssitzungen, welche meistens Online durchgeführt wurden.

Es folgte der Bericht der Kassier Lilli Baumann. Die Kassenprüfer stellten erneut eine korrekte und ordentliche Kassenführung fest. Aussprachen zu den Berichten gab es keine und Vorstand und Kassier konnten jeweils einstimmig entlastet werden.

Im Anschluss wurde ausführlich über die notwendige Satzungsänderung im kommenden Jahr diskutiert und entsprechende Vorschläge gemacht.

Es folgten die Berichte aus den Gremien. Der Kreisrat Walter Döflinger berichtete von dem Neubau des Landratsamtes und deren Kostenentwicklung, die positive Situation der Krankenhäuser Bruchsal/ Bretten und über die Einführung der neuen Biotonne.

Es folgten die Berichte aus dem Gemeinderat sowie aus den Ortschaftsräten und des Stadtteilausschusses.

Unter der Rubrik „Sonstiges“ wurde unser langjähriges, sehr geschätztes Mitglied und Ehrenvorsitzender der Freien Wähler Stutensee Claus Mielicke verabschiedet. Der 1. Vorsitzende übergab seinem Vorgänger zum Abschied einen Präsentkorb und würdigte seine Verdienste. Die Freien Wähler wünschen ihm weiterhin alles Gute und viel Freude in seiner neuen Heimat.

Die wichtigsten Termine sind die öffentlichen Fraktionssitzungen, zu denen auch die gesamte Bürgerschaft eingeladen ist. Geplant ist, dass mehrmals im Jahr auch aus dem Kreistag berichtet wird. Hierzu werden auch Vertreter der WBB (Weingartener Bürgerbewegung) eingeladen, mit denen wir ein einer gemeinsam Liste angetreten sind.

Micha J. Mack scheidet aus dem Ortschaftsrat Spöck aus

 

Sehr geehrte Mitbürgerinnen und Mitbürger, liebe Spöcker,

 

seit 2009 bin ich nun Mitglied des Ortschaftsrates in Spöck und sehr dankbar, dass ich mich in dieser Zeit stets auf Ihr Vertrauen verlassen durfte. Hier in meinem Heimatort Spöck war es mir immer eine große Ehre, an den Entwicklungen dieses Ortes mitzuwirken.

 

Nach nun 11 Jahren in dieser Funktion haben sich meine beruflichen und privaten Aufgaben anders entwickelt als erwartet. An der Schule, an der ich arbeite, habe ich zum neuen Schuljahr zusätzlich zu meinen Aufgaben als Lehrer noch die Verantwortung als stellvertretender Schulleiter übernommen. Bei einer privaten Ganztagesschule ist das ein erhebliches Aufgabenpensum, das viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich bin der Auffassung, dass ich unter diesen Umständen nicht mehr in der Lage bin, dem Wählerauftrag zeitlich gerecht zu werden. Deshalb habe ich mich entschlossen mein Amt niederzulegen.

 

Ich bedanke mich für die gute Zusammenarbeit mit der Verwaltung und vor allem mit den Ortschaftsräten hier im Gremium. Insbesondere bei den Ortsvorstehern Karin Vogel, Manfred Beimel und Dr. Klaus Mayer, die immer ein offenes Ohr und offene Türen für mich hatten.

 

Ich wünsche dem Ortschaftsrat Spöck weiterhin gute Entscheidungen und bin mir sicher, dass dieses Gremium unseren spöcktakulären Stadtteil weiterhin voranbringen wird.

 

Micha J. Mack

Stadtradeln 2020

Stutensee radelt für das Klima - wir radeln mit!

Dr. Gernot Buth, 2. Vorsitzender
 

Im vergangenen Jahr nahm Stutensee zum ersten Mal am Stadtradeln teil und konnte gleich einen sensationellen Erfolg einfahren: Platz 1 im Landkreis Karlsruhe bei den insgesamt geradelten Kilometern, Platz 3 in Baden-Württemberg bei der Kilometerleistung bezogen auf die Zahl der Einwohner. Letzteres zeigt aber auch: Da ist noch etwas Luft nach oben! Auch in diesem Jahr, in der Zeit vom 28. Juni bis 18. Juli, beteiligt sich Stutensee am Stadtradeln, und wie schon im Vorjahr sind die Freien Wähler wieder mit einem eigenen Team am Start. Wer die Freien Wähler beim Erradeln von Kilometern unterstützen möchte, ist herzlich eingeladen sich uns anzuschließen. Rad fahren ist gesund, hält fit, entspannt, macht Spaß und schont das Klima.

Die letztgenannte Aussage ist zwar zweifellos zutreffend, doch man fragt sich: Wie viel macht das eigentlich aus?

Zunächst einmal verbessern nur solche geradelten Strecken tatsächlich die CO2-Bilanz, bei denen dadurch Fahrten mit einem Kraftfahrzeug vermieden werden. Die Auftakt- und Abschlussfahrten des letzten Jahres gehören nicht dazu, ebenso wenig der Sonntagsausflug, den man dem Stadtradeln zuliebe unternimmt. Aber stellen wir uns für ein Gedankenexperiment einmal vor, es wäre möglich, die gesamten Treibhausgasemissionen durch Stadtradeln zu kompensieren, um das völkerrechtlich verbindliche Klimaziel für das Jahr 2050: “Netto Nullemission” zu erreichen.

Wie weit müsste jeder Teilnehmer radeln, um seine persönlichen Treibhausgasemissionen eines Jahres auszugleichen?

Derzeit beträgt die mittlere jährliche Pro-Kopf-Emission in Deutschland 7,9 Tonnen CO2-Aquivalente (Quelle: Statista). Rechnet man mit einer Vermeidung von 0,147 kg pro geradeltem km, so müsste jeder Teilnehmer 53700 km radeln, also etwa 1 1/4 mal um den Erdball, und das innerhalb von nur drei Wochen! Das schaffen nicht einmal STADTRADELN-Stars. Noch gruseliger nimmt sich die CO2-Bilanz aus, wenn man annimmt, dass die aktiven Teilnehmer - 824 im Vorjahr - den Fußabdruck ihrer nicht teilnehmenden Mitbürger mit ausgleichen müssten: Die zu radelnde Strecke pro Teilnehmer betrüge dann die 4 1/4 fache Entfernung zwischen Erde und Mond.

Folgendes lässt sich aus dieser Betrachtung ableiten:

  1. Einmal drei Wochen radeln als “Ablass” für die Klimasünden eines Jahres - das funktioniert nicht.
     
  2. Den Initiator*innen des Stadtradelns geht es um mehr als nur die CO2-Einsparung während der dreiwöchigen Aktion. Das wird schon dadurch deutlich, dass Parlamentarier*innen eine Sonderrolle zugedacht ist, indem deren Teilnahme gesondert gezählt und eine Gewinnkategorie “Fahrradaktivstes Kommunalparlament” ausgelobt wird. Mit der bekannten Methode des “Nudging” sollen Entscheidungsträger*innen angeleitet werden, Mobilität neu zu denken. Bezogen auf den Radverkehr: Mandatsträger*innen, die die Stärken und Schwächen ihrer Radverkehrsinfrastruktur aus eigener Anschauung kennen, werden besonders sachgerechte Beschlüsse fassen, so geht offenbar die Logik dahinter. Stutensee hat im vergangenen Jahr die Gelegenheit beim Schopf ergriffen und das Stadtradeln mit einer Bürgerumfrage begleitet, wodurch ein zielgenaues Nachsteuern möglich wird. Die Ergebnisse der Umfrage können auf den Seiten der Stadt Stutensee eingesehen werden. Die über den reinen Radverkehr hinaus zielende Initiative RegioMove, die eine intermodale Mobilität fördern sollte, befand sich auf gutem Weg. Doch wurde die Teilnahme Stutensees als Pilotkommune leider von Corona ausgebremst.
     
  3. In Stutensee ein wenig an Verkehrskonzepten zu schrauben wird den Klimawandel nicht aufhalten. Die Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf “netto Null” wird Veränderungen und Umbauten erfordern, die uns alle betreffen werden; nicht wenige davon werden unbequem sein. Die Konsequenzen globalen Nichthandelns würden jedoch noch unbequemer. Aber die Abkehr von fossilen Energieträgern erfolgt über kurz oder lang zwangsläufig (Stichwort “peak oil”), sie ist also im besten Sinne des Wortes “alternativlos”. Vor diesem Hintergrund ist wenig nachvollziehbar, warum auf globaler Ebene nicht unmittelbar und energisch gehandelt wird. “Wäre der Klimawandel ein Terrorist, wir hätten ihn schon längst bekämpft”, sagt der Kommunikationswissenschaftler George Marshall. Derweil arbeiten unmittelbar vor den Toren Stutensees, an Deutschlands größter Forschungseinrichtung, zahlreiche Wissenschaftler*innen und Ingenieur*innen emsig an Lösungen für klimaschonende Technologien und ein nachhaltiges Wirtschaften, beispielsweise in den Bereichen Batterieforschung (Kann man Lithium durch Natrium ersetzen? Das gibt es schließlich wie Sand am Meer), synthetische Kraftstoffe aus Sonne, Wind und CO2, Brennstoffzellen-Technologien, effiziente universell einsetzbare Dünnschicht-Solarzellen... Technologien, die das Potenzial haben, global Anwendung zu finden. Sobald die entsprechenden Produkte Marktreife erlangt haben, ist mit Ausgründungen zu rechnen. So wurde bereits vor 11 Jahren ein Unternehmen auf dem Gelände des KIT Campus Nord gegründet1, das auf der Basis eines innovativen chemischen Prozesses in der Lage ist, Zement mit einer erheblich verbesserten CO2 Bilanz herzustellen. Das Vorhaben ist relevant, denn 8% Prozent der Treibhausgasemissionen weltweit gehen auf die Zementherstellung zurück, das ist mehr als das Dreifache der Emissionen des weltweiten Luftverkehrs. Stutensee sollte das Geschehen am KIT aufmerksam verfolgen und sich frühzeitig überlegen, welche Angebote es Startups im Bereich innovativer und nachhaltiger Technologien unterbreiten kann. Auch hier bieten sich Chancen für Stutensee, beim Kampf gegen den Klimawandel ganz vorne mit dabei zu sein - gut für Stutensee und gut für ein besseres Klima.

    1 Dieses Unternehmen wurde Anfang 2020 von einem großen Ulmer Zementhersteller übernommen

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