Lokal Regional Optimal
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2020

Therapie mit Nebenwirkungen

von Dr. Klaus Mayer,18.12.2020

Das Corona Virus hatte das zurückliegende Jahr fest im Griff. Zehn von zwölf Monaten verbrachten wir in einer Art Ausnahmezustand, mal etwas lockerer, mal sehr restriktiv. Der erste „Lockdown“ im Frühjahr hat uns gezeigt, wie schnell eine Gesellschaft und eine gut funktionierende Wirtschaft gebremst werden können. Wir haben auch gesehen wie viele Milliarden es brauchte um, so einigermaßen, Insolvenzen zu vermeiden und Arbeitsplätze zu sichern. Im Sommer gaben sich Viele noch der Illusion hin, das Schlimmste wäre überstanden. Der zweite Lockdown im November traf uns umso härter, allerdings nicht ganz unerwartet, wenn man sich ein bisschen mit der Problematik auseinandergesetzt hat.

 

Die Ausbreitung des Virus zu verlangsamen ist das Ziel der drastischen Maßnahmen, die wir aktuell auf uns nehmen müssen und die uns auch ins neue Jahr hinein begleiten werden. Diese „Therapie“ zielt auf die Symptome: Übertragungswege für das Virus einzuschränken, die Zahl der Neuinfektionen gering zu halten, eine Überlastung der Krankenhäuser und der Intensivstationen zu vermeiden und die tödlichen Verläufe auf ein Minimum zu reduzieren. Dazu können wir alle beitragen indem wir Hygieneregeln befolgen und direkte Kontakte beschränken. Leugnen, Verharmlosen, Ignorieren oder Konspirationstheorien zu folgen werden uns nicht helfen, sondern nur schaden.

 

Doch diese „therapeutischen Maßnahmen“, die Ausgangsbeschränkungen, die Schließung von Geschäften, Restaurants, Bars, Kinos, Theater usw., haben auch Nebenwirkungen, um in der Sprache der Mediziner zu bleiben. Diese Nebenwirkungen und die Langzeitfolgen machen uns kommunal erheblich zu schaffen und haben uns sehr deutlich aufgezeigt, wo Schwachstellen sind, wo wir uns besser aufstellen müssen:

  • Wir brauchen eine zuverlässige und leistungsstarke digitale Infrastruktur, sowohl in den Gewerbe- als auch in den Wohngebieten. Ausgehend von einer Anfrage der Freien Wähler zum Stichwort „Zukunftsinitiative Gigabit-Deutschland“ hat die Stadtverwaltung zugesagt, die bei uns vertretenen Provider einladen um ihre Ausbaupläne in einer öffentlichen Gemeinderatssitzung vorzustellen.
  • Eine Studie des Digitalverband Bitkom vom September 2020 hat der Schule im Bereich digitale Bildungsangebote ein „mangelhaft“ ausgestellt. Wir brauchen also eine weitere Verbesserung der digitalen Ausstattung unserer Schulen.
  • Das Aerosol-Messprogramm am Schulzentrum hat gezeigt, dass gründliches Lüften die einfachste und zugleich effektivste Maßnahme ist um das Infektionsrisiko in Innenräumen gering zu halten. Wir werden aber auch in Diensträumen (Bürgerbüros, Stadtverwaltung, usw) zusätzliche Maßnahmen brauchen, Büros neu organisieren, mehr digitale Dienste anbieten, Serviceterminals aufstellen oder Videosprechstunden in den Bürgerbüros anbieten.

 

Diese Liste ließe sich noch weiter fortsetzen von den Vereinen über die kulturellen Veranstaltungen und Gaststätten bis hin zur lokalen und regionalen Wirtschaft. Für die meisten unterstützenden Maßnahmen brauchen wir Geld. Geld, das sehr knapp ist, denn eine der „Nebenwirkungen“ der Corona bedingten Einschränkungen, ist eben auch, dass wir als Kommune mehr Ausgaben haben und deutlich weniger Einnahmen (trotz der Hilfspakete von Bund und Land). Dies schlägt sich in unserem Haushalt für 2021 nieder und schränkt unsere Handlungsmöglichkeiten erheblich ein. Um diese Herausforderungen zu meistern sind Kreativität und konstruktive Zusammenarbeit im Gemeinderat und in der Stadtverwaltung gefragt.

 

Diese Nebenwirkungen betreffen uns aber auch ganz persönlich. Keine Familienbesuche zu Weihnachten, keine Party an Silvester, kein Urlaub im Schnee. Wir müssen auf Vieles verzichten. Aber genau darin liegt eine große Chance, wir lernen worauf es wirklich ankommt: auf ein Miteinander (trotz Abstand), auf Zusammenhalt, auf füreinander Dasein, auf Mitmenschlichkeit.

 

In diesem Sinne wünschen wir allen Stutenseer Mitbürgerinnen und Mitbürgern ein frohes Weihnachtsfest, Gesundheit und einen guten Start ins neue Jahr.

Wohnen im Alter

Dr. Klaus Mayer, 02.11.2020

Seit geraumer Zeit hatte sich der Ortschaftsrat Spöck mit der Thematik "Wohnen im Alter" beschäftigt. Für unseren frühereren Ortsvorsteher, Manfred Beimel, und die Ortsvorsteherin, Karin Vogel, war dies eine Herzensangelegenheit. Viele Einrichtungen mit unterschiedlichsten Angeboten und verschiedenen Organisationsformen, wurden besucht und Fachvorträge wurden organisiert. Damit konnte man sich einen breiten Überblick verschaffen und Zielvorstellungen für eine zu errichtende Einrichtung im Neubaugebiet 24-Morgen-Äcker erarbeiten. Über eine Bürgerbeteiligung (im Herbst 2019) in der Spechaahalle konnte sich die Stadtverwaltung dann ein Bild erstellen, welche Wünsche und Erwartungen von Seiten der Bürgerinnen und Bürger bestehen. In einem ersten Aufruf haben dreizehn Investoren und Betreiber Interesse bekundet auf einem stadteigenen Grundstück eine Senioreneinrichtung erstellen und betreiben zu wollen. Damit wurde deutlich, dass eine solche Einrichtung an diesem Standort, direkt an der Stadtbahn,
äußerst interessant ist und die Entscheidung hier in einen offenen Wettbewerb zu gehen, absolut richtig war. Denn die Vielzahl an Bewerbern bedeutet auch Vielfalt und Auswahl: nicht der Betreiber entscheidet, sondern die Stadt und ihre Bürger.
Nachdem die Baulandumlegung nun abgeschlossen ist und die Erschließungsarbeiten begonnen haben, soll das Verfahren jetzt in die nächste Phase gehen. Der Gemeinderat hat in seiner September-Sitzung beschlossen das Projekt "Wohnen im Alter" weiter voran zu treiben und zwei Grundstücke mit einer Gesamtfläche von ca. 2350 qm zur Verfügung zu stellen und die Stadtverwaltung wird nun die 13 Bewerber auffordern an Hand des Kreispflegeplans, der Ergebnisse der Bürgerbeteiligung und allgemeiner Grundstücksdaten, ein Grobkonzept zu entwerfen. Dafür werden drei Monate eingeräumt. Ein Bewertungsgremium, zusammengesetzt aus Vertretern des Gemeinderates, einem Vertreter des Seniorenbeitrates, der Ortsvorsteherin und Mitgliedern der Verwaltung, wird dann entwscheiden, welche der eingereichten Konzepte (drei bis max. fünf), weiter verfolgt werden sollen. Diese sollen dann eine konkretisierte Planung vorlegen, auf deren Grundlage dann ein Siegerentwurf identifiziert werden kann.

Wald und Bäume pflegen

Dr. Klaus Mayer, 07.09.2020
 

Der Wald spielt eine wichtige Rolle für das Klima! Er ist Lebensraum für viele
Pflanzen und Tiere und dient gleichzeitig und Menschen als wertvoller (Nah-)Erholungsraum. WIr haben also größtes Interesse daran, die Wälder weltweit zu erhalten. Die rücksichtslosen Brandrodungen in einigen Ländern der Erde bestürzen uns, denn sie zerstören wertvolle Natur und verschärfen den Klimawandel noch weiter.

 

Doch wir sollten auch vor unserer eigenen Haustüre kehren. Eine Studie des Joint Research Centre der Europäischen Kommission, bei der Satellitenbilder aus den vergangenen zehn Jahren ausgewertet wurden, zeigt deutlich, dass in Europa weiterhin Waldfläche verloren geht. Die Hälfte des Rückganges an europäischen Waldflächen wurden in Finnland und Schweden beobachtet, während es Polen, Spanien, Frankreich, Lettland, Portugal und Estland gemeinsam auf 30 Prozent bringen. In Deutschland dagegen haben die Waldflächen 2016 bis 2018 im Vergleich zum Zeitraum 2004 bis 2015 sogar um 7 Prozent zugenommen.

 

Die von der EU vorgegebenen Klimaziele werden sich sicher nicht erreichen lassen, wenn die Waldflächen in Europa weiter mit der beobachteten Geschwindigkeit schrumpfen. Die Studie macht dafür die gestiegene Nachfrage nach Holz und Holzprodukten verantwortlich und nennt explizit den wachsenden Bedarf an Bioenergie und Papier. Klimaneutral kann dies allerdings nur funktionieren, wenn einerseits Holz als Baumaterial künftig mehr genutzt wird und so die sehr CO2-intensiven Materialien wie Zement und Stahl ersetzt und andererseits Wald (großflächig) wieder aufgeforstet wird und damit CO2 bindet. Andere Forscher sprechen sich aus klimapolitischen Gründen gegen ein Verbleiben von zu viel Totholz im Wald aus, denn - so ihr Argument - es wird in wenigen Jahren zersetzt sein und das CO2 in die Atmosphäre zurückgehen. Für unseren Stutenseer Wald bedeutet dies, dass wir bei der Waldbewirtschaftung auf eine rasche Wiederaufforstung achten müssen und dazu zukunftsfähige Baumarten einsetzen müssen, die mit höheren Temperaturen und längeren Trockenperioden (Stichwort Klimawandel) zurecht kommen.

 

Jeder und Jede von uns kann einen weiteren Beitrag leisten, indem er/sie eine Baumpatenschaft übernimmt und eine innerörtlichen Baumscheibe pflegt. Wir begrüßen deshalb diese Initiative der Stadtverwaltung ausdrücklich, mit der nicht nur das Ortsbild verschönert wird, sondern auch das Kleinklima verbessert und wichtiger Lebensraum für Insekten erhalten wird.

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Stutensee radelt - Wir radeln mit!

Klaus Mayer, 28.09.2020

 

Zum Auftakt des "Stadtradelns" haben wir Freien Wähler am ersten Tag der Aktion, also am vergangenen Sonntag, eine Stutensee-Rundfahrt unternommen. Den Start hatten auf den späten Nachmittag terminiert, wo wir uns, coronabedingt in einer kleineren Gruppe, vor dem "Schwanen" trafen. Auch Oberbürgermeisterin Petra Becker hatte sich der Auftaktfahrt angeschlossen.

Der einsetzende Nieselregen konnte uns nicht davon abhalten alle Stadtteile zu besuchen.
Zunächst führte uns die Fahrt von Staffort nach Spöck, vorbei an der ehemaligen Gärtnerei Sobottka, durch das Tierkoppelgebiet, vorbei am Friedhof, am frisch renovierten Pfarrhaus, an den beiden evangelischen Kindergärten, am Feuerwehrhaus zur Richard-Hecht Schule. Von dort fuhren wir entlang am Neubaugebiet 24-Morgen-Äcker und schließlich über den "Brenner" nach Friedrichstal. Dort war das Pfadfinderheim, die Mühle und die evangelische Kirche die ersten Stationen. Dann ging es weiter die Rheinstraße entlang und schlileßlich durch die fahrradtaugliche Unterführung Parkstraße nach Friedrichstal-West. Über die Friedrichstaler Allee radelten wir südwärts, wo wir die Baustelle L559 überfquerten, die derzeit neu asphaltiert wird samt dem begleitenden Radweg. Sicher eine gute und wichtige Entscheidung. Kurz vor dem Pfinzentlastungskanal schwenkten wir Richtung Büchig, wo zunächst die Unterführung passierten und dann über die Waldstraße bis zum südöstlichsten Ende der Gemarkung vorstießen. Vom dortigen landwirtschaftlichen Betrieb führte uns unser Weg durch den älteren Teil Büchigs und schließlich über den Fahrradweg nach Blankenloch. Den Steinweg entlang waren das Seniorenheim, der evangelische und der katholische Kindergarten weitere Stationen, ebenso wie das Schulzentrum. Am Schwimmbad und Festplatz vorbei ging es dann über die L559 auf den Hasenäckerweg mit der Boule Anlage und dem Reitplatz. Schließlich gab es einen kleinen Stopp vor dem Wertstoffhof und der Anlage des Abwasserzeckverbandes bevor wir dann vorbei am Schloss Stutensee wieder nach Staffort kamen, dem Ausgangspunkt unserer sonntäglichen Rundfahrt. Der Dauernieselregen des Abends konnte unsere gute Laune nicht mindern. Es war ein guter Auftakt für das Stadtradeln und ein ebenso informativer, wie interessanter Streifzug durch alle Stutenseer Stadtteile.

Corona und die Kinder

Ines Hammer, 29.06.2020
 

Eine Frage, auf die wohl immer noch niemand eine Antwort hat. Die Virologen nicht, die Ärzte nicht, unsere Bundesregierung nicht und auch die Eltern nicht. Trotzdem ist erst einmal Aufatmen angesagt. Seit dem vergangenen Montag dürfen alle Stutenseer Kinder wieder zur Schule gehen oder ihre Kinderbetreuungseinrichtungen besuchen und somit wie gewohnt ihre sozialen Kontakte pflegen. Die letzten drei Monate war Alles anders für die Familien.
Nachdem der erste Schock überwunden war, Arbeitgeber informiert und die erste Zeit durch Urlaub oder HomeOffice organisiert schien, machte sich in den meisten Familien auch ein Aufatmen breit: Ruhe und Entschleunigung. Sämtliche Vereinstätigkeiten waren eingestellt, der Musikunterreicht fiel vorerst aus, Nachhilfe und Kurse wurden
gestrichen. Endlich hatte man Zeit, um in Ruhe zu spielen und morgens auszuschlafen. Das Haus wurde entrümpelt, Gärten auf Vordermann gebracht. Familienzeit und Ferienmodus bei Ausgangssperre. Nach spätestens zwei Wochen standen die meisten Eltern dann wieder vor der Frage, wie es denn eigentlich weitergehen soll. Mit der Einführung des Homeschooling - langsam und unsicher - wurde der Frust der Kinder und ihrer Eltern weitestgehend größer. Ein Schulkind beim Homeschooling betreuen, nebenher das kleinere Geschwisterkind beschäftigen und währenddessen dem Arbeitgeber im HomeOffice gerecht werden - reine Utopie. Zwar waren es nicht mehr die Präsenzzeiten, die das Familienleben herausfordern. Doch die Lösungen, oft auch digitaler Art, waren häufig zu komplex und nicht zu bewältigen. Die Info, dass Freizeitparks und Biergärten früher öffnen als Schulen und Kindergärten, hielten viele betroffene Familien für ein sehr schlechtes Signal der Landesväter - hier wurde seitens der Eltern mehr Kreativität und Spontanität gefordert. Es gab immer mehr Lockerungen der Beschränkungen; die Erwachsenen durften wieder in gewohnter Weise arbeiten, sollten möglichst die lokalen Geschäfte beehren und so wie es aussieht, auch der Tourismusbranche pünktlich zu den Sommerferien unter die Arme greifen. Neben der elternlichen Sorge, weder den Kindern noch dem Arbeitgeber gerecht werden zu können, vielleicht sogar aufgrund Kurzarbeit in finanzielle Schieflage zu geraten, litten jedoch die Kinder besonders an der Situation. Jeden Morgen die Frage, wann Coronavirus denn endlich vorbei sei und die Freunde wieder wie gewohnt getroffen werden können. Wäre eine schnellere Lösung nicht auch denkbar gewesen? Hat sich jemand mal Gedanken gemacht, welchen Schaden man an den Kindern anrichtet? Zur Info: die Kinder von heute sind die Arbeitnehmer und Beitragszahler von morgen. Systemrelevanter geht es wohl kaum. Funktioniert allerdings nur mit entsprechender Bildung. Aber Kinder haben, mal wieder, keine Lobby in Berlin und stehen ganz unten auf der Tagesordnung. Kommen unsere Kinder ohne soziale Irritationen aus dieser Zeit?

Geld regiert die Welt

Dr. Klaus Mayer, 19.05.2020

 

Es ist eine Redensart: „Geld regiert die Welt“. Aber es ist nicht nur eine Redensart, wie wir leider immer wieder erfahren müssen. In unserer Gesellschaft geht es darum, Profit zu machen und was nicht profitabel ist, das wird „rationalisiert“, oft auch wegrationalisiert. Menschlichkeit, Solidarität und Empathie bleiben dabei meist auf der Strecke. Wir kennen das aus der Industrie, wo alles zum Profit hin optimiert wird, aber auch im Dienstleistungsgewerbe ist dies längst Gang und Gäbe. Der Kostendruck und Konkurrenzsituation, machen auch dem Bankwesen zu schaffen. Daran kommen auch die Banken bei uns in Stutensee nicht vorbei und die Auswirkungen sehen wir deutlich: früher ansässige Filialen der Volksbank Karlsruhe, der BB Bank wurden geschlossen; die Sparkasse Karlsruhe hat vor einigen Jahren die Filiale im Stadtteil Staffort geschlossen und vor einigen Wochen hat die Volksbank Stutensee-Weingarten ihre Filiale in Staffort ebenfalls geschlossen. Doch jeder von uns braucht eine Bank, um seine Geldgeschäfte abzuwickeln, von der einfachen Bargeldauszahlung, über die Überweisung bis hin zu Geldanlage, Kredit- oder Versicherungsgeschäften. So mancher ist mittlerweile bei einer großen Online-Bank und regelt seine Finanzen ausschließlich über das Internet.

Wir Freien Wähler halten es für außerordentlich wichtig, Banken vor Ort zu haben, mit einem guten Beratungsservice und einem kundenfreundlichen Filialnetz. Denn die regionalen Filialbanken und ihre Kunden leben vom gegenseitigen Vertrauen, nicht von der Profitmaximierung. Die Geschäftsgedanken der Sparkasse (als gemeinnützige, öffentlich-rechtliche Einrichtungen in kommunaler Trägerschaft) und der Volksbank (als Genossenschaft, den Mitgliedern verpflichtet und regional verankert) beruhen genau auf diesem Prinzip des gegenseitigen Vertrauens. Die Banken brauchen Kunden, die in einer immer kurzlebigeren Zeit, dauerhaft und verlässlich ihre Bankgeschäfte mit einem regionalen Partner abwickeln. Ein regionaler Partner, wo der Bankberater die Gegebenheiten vor Ort, und seine Kunden (Privatpersonen, Kleinbetriebe oder mittelständische Unternehmen) kennt. Die Banken engagieren sich in der Förderung von Vereinen und der Kultur in der Region. Es ist also eine wichtige Symbiose, die für die Menschen in unserer Region äußerst wertvoll ist, die aber auch erhalten werden muss. Ein wichtiger Baustein hierfür ist gegenseitiges Vertrauen. Deshalb fordern wir Freie Wähler von den beiden Banken, die in Stutensee Filialen betreiben, eine offene und transparente Darstellung der künftigen Entwicklung. Dazu sollte beispielsweise klargestellt werden wie der Filialbetrieb mittelfristig aussehen wird, welche Filialen geschlossen werden sollen oder zu reinen Automatenfilialen reduziert werden? Es sollte aufgezeigt werden welche Serviceangebote vor Ort den Menschen tatsächlich noch zur Verfügung stehen und ob es in allen Stadtteilen noch eine persönliche Beratung geben wird? Insbesondere sollte dargestellt werden, welche Auswirkungen die Fusion auf Kunden bzw. Genossenschaftsmitglieder und deren Anteile bzw. Einlagen haben werden. Transparenz schafft Vertrauen! Das hilft allen.

Miteinander in der Corona Krise

Dr. Klaus Mayer, 02.05.2020

 

MIt dem Beginn der Corona Krise, spätestens seit die vielen restriktiven Maßnahmen verhängt wurden hat sich Vieles in unserem Leben verändert. Aber nicht alles ist anders unter Corona.
Vieles tritt nur deutlicher hervor. "In der Krise zeigt sich der wahre Charakter", wie unser früherer Bundeskanzler Helmut Schmidt einmal sagte. Die negativen Seiten haben wir bei Hamsterkäufen erlebt, wo Egoismus und Rücksichtslosigkeit durchbrachen; wir sehen es in Pressemeldungen, wo bizarre Darstellungen, Verschwörungstheorien und Selbstdarstellerei in den Vordergrund kommen und wir sehen es in der Politik, wo sich Parteien und Kandidaten mit Einschränkungs- und Lockerungsvorschlägen gegenseitig überbieten. Aber wir sehen auch sehr viel Positives, das in diesen schwierigen Wochen und Monaten zu Tage tritt. Da gibt es Menschen, die unter erschwerten Bedingungen und mit dem Risiko einer Ansteckung, weiterhin ihre wichtige Arbeit ausüben und damit unsere Versorgung mit Waren und Lebensmitteln, mit pflegerischen oder medizinischen Dienstleistungen sicher stellen. Aber auch im ehrenamtlichen Bereich zeigen viele, viele Menschen Hilfsbereitschaft und Solidarität. In Stutensee sehen wir sehr viel ehrenamtliches Engagement um Menschen zu untersützen, die von den Corona-Maßnahmen besonders betroffen sind. VIele helfen in selbstloser Weise Nachbarn und Älteren beim Einkaufen, tele-arbeitenden
Familien bei der Kinderbetreuung, nähen Masken um sie kostenlos zur Verfügung zu stellen oder auf andere Art. Diese helfenden Mitmenschen praktizieren den vielbeschworenen Zusammenhalt, sie zeigen Empathie und praktizieren Nächstenliebe um denen, die es brauchen, zu helfen besser durch diese schwere Zeit zu kommen. Neben den rein praktischen Hilfestellungen trägt dieses Engagement auch wesentlich dazu bei Ängste abzubauen und Vertrauen in eine funktionierende Gemeinschaft zu erhalten.
Die Fraktion der Freien Wähler hat deshalb beantragt solchen stillen „Corona-Krisen-Helden“ eine besondere Ehrung zukommen zu lassen. Stutenseer Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich in dieser, für Alle sehr schweren und mit Restriktionen belegten Zeit, in herausragender Weise, ehrenamtlich für ihre Mitmenschen eingesetzt und damit besonders verdient gemacht haben müssen öffentlich gewürdigt werden. Dies könnte in einem ähnlichen Rahmen geschehen wie vor einigen Jahren, als den vielen ehrenamtlichen Helfern und Unterstützern des "Festival der guten Taten" für ihren Einsatz gedankt wurde. Die Stadtverwaltung wurde gebeten ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten.

Schließung der Volksbankfiliale in Staffort - (k)ein rein Stafforter Problem

Dr. Klaus Mayer, 08.04.2020

 

Die Schließung der Filiale der Volksbank Stutensee-Weingarten im Stadtteil Staffort wurde von vielen von uns mit Betroffenheit zur Kenntnis genommen. Einerseits überrascht die Geschwindigkeit mit der diese Entscheidung bekanntgegeben und umgesetzt wurde: Die Kunden (viele davon sind Mitglieder dieser genossenschaftlich organisierten Bank) wurden kalt erwischt. Andererseits wirft dieses Vorgehen natürlich auch viele Fragen auf, die aktuell diskutiert werden.

Dass Banken unter einem enormen Kostendruck stehen, ist unbestritten. Dass Online-Banking in zunehmendem Maße in Anspruch genommen wird, ist ebenfalls unbestritten. Viele Direktbanken leben ausschließlich von diesem Konzept und betreiben gar keine Bankfilialen. Bundesweit geht das Filialnetz immer weiter zurück und digitale Dienste werden vermehrt in Anspruch genommen. Doch viele Menschen brauchen den Berater in ihrer Filiale, sei es bei klassischen Geldgeschäften, sei es bei der Anlageberatung, sei es für Versicherungen oder zur Kreditberatung. Die Volksbank Stutensee-Weingarten hat – richtigerweise – immer genau darauf gesetzt und dies in den jährlichen Vertreterversammlungen auch regelmäßig betont „eine Filialbank bleiben zu wollen, nah bei den Menschen in unserer Region“. Gemessen an diesem Anspruch wirkt die Schließung der Filiale in Staffort, gelinde gesagt, deplatziert. Da muss die Frage schon erlaubt sein, ob andere, kreative Lösungen ernsthaft in Betracht gezogen wurden, beispielsweise die Filiale an nur drei Tagen in der Woche zu öffnen? Weiterhin drängt sich auch die Frage auf, welche Filiale ist die nächste, die über kurz oder lang geschlossen wird: Spöck, Friedrichstal, Neuthard? Inwieweit werden Standards reduziert und das Serviceangebot eingeschränkt? Gibt es dazu schon Planungen? Da muss letztlich auch die Frage erlaubt sein, ob hier der genossenschaftliche Gedanke auf der Strecke geblieben ist. Diese Fragen bewegen viele Mitbürgerinnen und Mitbürger, die diese Entwicklung verfolgen. So mancher wird vielleicht sein Konto dann gleich bei einer Direktbank aufmachen. Viele andere aber haben sich bereits beklagt und viele werden sich noch äußern um einen besseren Weg als eine Schließung der Filiale zu finden. Wir sind gerne bereit in konstruktiven Gesprächen an einem zukunftsfähigen Konzept für Staffort mitzuwirken und hoffen, dass auch andere Verantwortungsträger, die sich der Bürgerschaft verpflichtet fühlen, sich diesem Prozess anschließen mit dem Ziel eine gute und tragfähige Lösung für Staffort zu erreichen. Der neu gebildete Seniorenbeirat hat seine Besorgnis über die Schließung der Filiale in Staffort ebenfalls schon zum Ausdruck gebracht und setzt sich für eine Weiterführung der Filiale ein.  Letzteres wäre im Interesse aller Kunden und Mitglieder der Volksbank wünschenswert.

Ein Plan für die Zukunft von Stutensee

Dr. Klaus Mayer, 05.02.2020

 

Wir alle wollen Stutensee besser machen, wollen unsere Stadt voran bringen und fit für die Zukunft machen. Dabei spielen viele Aspekte eine Rolle, denn Stutensee soll vieles bieten: Platz zum Wohnen, Ort zum Arbeiten, Raum für Natur, superschnelles Internet, sichere Straßen, großzügiges Freizeitangebot, vielfältiges kulturelles Leben, gute Radwegeverbindungen, Einkaufsmöglichkeiten vor Ort, moderner und flexibler ÖPNV, Erziehungs- und Bildungseinrichtungen, Angebote für SeniorInnen, Förderung des ehrenamtlichen Engagements, der Rettungsorganisationen und Vereine. Die Liste ließe sich bestimmt noch weiter fortsetzen. Dieses Ziel, Stutensee fit für die Zukunft zu machen, soll natürlich nachhaltig und auch bezahlbar sein. Die Frage ist: wie erreichen wir das?

 

Der französische Schriftsteller Antoine de Saint-Exupéry („Der kleine Prinz“) brachte es auf den Punkt: „Ein Ziel ohne Plan ist nur ein Wunsch“.

 

Zu Anfang des Jahrtausends wurde ein Stadtentwicklungsplan (STEP) 2010 erarbeitet, aber nur teilweise umgesetzt. Dessen Fortschreibung (STEP 2020) wurde schon begraben bevor er das Licht der Welt erblickte. Wir fahren also seit Jahren „auf Sicht“. Angesichts der Herausforderungen vor denen unsere Stadt steht, brauchen wir eine längerfristige Strategie, einen Plan, wie und wohin wir Stutensee entwickeln wollen. Einen solchen Stadtentwicklungsplan haben wir Freien Wähler in unseren Haushaltsreden in den vergangenen Jahren immer wieder gefordert. Es ist an der Zeit hier konkrete Schritte zu unternehmen, um uns für die Zukunft zu rüsten und einen Kurs festzulegen: Wir brauchen einen Stadtentwicklungsplan 2030/2035, der in regelmäßigen Abständen zu aktualisieren und fortzuschreiben ist, um auf Veränderungen aus externen Einflüssen reagieren zu können.

 

Dieser Plan muss in einem geordneten, transparenten und demokratischen Prozess mit möglichst breiter Beteiligung erarbeitet werden. Dazu müssen Bürgerinnen und Bürger aus allen Generationen eingebunden werden, ebenso Gewerbetreibende aus Handwerk, Handel und Dienstleitungsunternehmen, Vereine und Interessengruppen sowie unsere Landwirtschaft und natürlich die kommunalen Gremien.

 

Das Beharren auf singulären Interessen führt dabei von vornherein zum Konflikt und ist nicht zielführend. Schließlich müssen alle an diesem Prozess Beteiligten erkennen und akzeptieren, dass nicht alle Wünsche berücksichtigt werden können, sondern letztlich ein tragfähiger Konsens erreicht werden muss. Selbstverständlich müssen dabei auch Fragen beantwortet werden wie: Kann oder soll unsere Stadt immer weiter wachsen? Was kostet uns das alles? Welche langfristigen Entwicklungstendenzen setzen wir voraus?

 

Uns Freien Wählern ist es wichtig, diesen Prozess zeitnah anzustoßen, damit für Stutensee klare Ziele definiert werden und Eckpunkte für einen ganzheitlichen Plan festgelegt werden können, wie diese Ziele zu erreichen sind.

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