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Visionen und Ideen für Stutensee

Auf dieser Seite finden Sie zukünftig Berichte von Projekten, die wir uns für Stutensee vorstellen könnten.

Wohnprojekte in Form eines Mietshäusersyndikats

 

In Mannheim hat eine Baugruppe ein Projekt in Form des Mietshäusersyndikats gebaut. In diesem, derzeit jüngsten Projekt, sind inzwischen die Bewohner eingezogen und gaben Interessierten die Möglichkeit einer Besichtigung. Einige der Freien Wähler waren vor Ort und haben sich informiert.

Die Freien Wähler luden am 7. März 2018 zu einer öffentlichen Veranstaltung in Spöck ein, bei der ein Beteiligter diese Projekte vorstellte. Diese Veranstaltung war gut besucht und im Anschluss an den ausführlichen Vortrag ergab sich eine rege Diskussion und ein Austausch mit dem Referenten.

 

Mitshäusersyndikate gibt es in bereits zahlreichen Städten (z.B. Freiburg, Mannheim) und es wurden bisher 130 Hausprojekte realisiert, die mit 17 Projektinitiativen einen Verbund bilden.

Was sich genau hinter dem Modell verbirgt, kann auf  Mietshäuser Syndikat nachgelesen werden.


Ganz kurz zur Erklärung: Beim Mietshäusersyndikat wird Wohnraum gebaut und bleibt immer Wohnraum mit gesicherten Mieten, für immer.

Die Mieter gründen einen Verein und eine GmbH. In der GmbH gibt es zwei Gesellschafter einmal den Verein und einmal das Syndikat. Beide Gesellschafter können sich nicht überstimmen, sondern müssen immer einen Konsens finden. Sehr interessant ist auch, dass die Projekte nicht nur durch klassische Bankkredite, sondern auch über private KleinKredite sich finanziert werden können.

 

Es sind keine Investitionsprojekte!


Dies ist für eine Stadt auch eine Chance günstigen (nicht billigen) Wohnraum zu schaffen, ohne selbst viel zu investieren - meist ist der Grundstückspreis subventioniert. Darüber hinaus wird dies über Baugruppen organisiert, d.h. es ist von vorne herein garantiert, dass sich die zukünftigen Mitbewohner kennen und gerne zusammenleben. In dem Projekt „Umbau“ in Mannheim leben Familien, Paare, Alleinstehende und auch Flüchtlingsfamilien haben eine Unterkunft gefunden.

In Mannheim wurden auf dem Konversionsgelände „Turley“ drei solcher Projekte realisiert. Zwei Neubauten und eine Bestandsgebäude.

 

Bezahlbarer Wohnraum wird für uns in den nächsten Jahren in der Siedlungspolitik in Stutensee ein  großes Thema sein. Diese Modell ist eine der Möglichkeiten langfristig bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.

Projekt "Wohnen im Alter" in Eichstetten am Kaiserstuhl

 

Besuch eines besonderen Projektes durch Spöcker Ortschaftsräte und interessierte Bürger im April 2018, organisiert von Karin Vogel

 

Im Ortszentrum von Eichstetten liegen verschiedene Gebäude mit den historischen Namen „Adlergarten“ und „Schwanenhof“. Der Schwanenhof ist eine ehemalige Gaststätte und wurde umgebaut und mit Neubauten ergänzt (1998), der Adlergarten ist ein Neubau. Alle Gebäude bilden ein Ensemble in der Ortsmitte und beherbergen verschiedene Wohnformen überwiegend für ältere, aber auch für jüngere Menschen und soziale Einrichtungen. Vor zehn Jahren gründeten engagierte und verantwortungsvolle Bürger von Eichstetten einen Bürgerverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat einen Generationenvertrag zu erfüllen. Die Grundidee ist, in der Gemeinde (heute 3500 Einwohner) einen Möglichkeit im Ort zu schaffen, in dem ältere Menschen mit Ihren Einschränkungen, die das Alter mit sich bringen kann, möglichst selbständig aber dennoch betreut leben können. Bis dahin mussten ältere Menschen, die sich nicht mehr ganz selbst versorgen konnten in den Pflegeheimen in den Nachbargemeinden unterkommen. Mit seinem neuen Konzept wollte der Verein eine Alternative im Ort schaffen, das auf Selbstbestimmung und Selbstverwaltung basiert. Das Konzept beinhaltet eine Pflegegruppe, eine Gemeindetreffpunkt, 3 Eigentumswohnungen, 14 Mietwohnungen (barrierefrei bzw. barrierearm) und ein Büro des Bürgervereins. Später kamen ein Tagescafe und eine Tagespflege hinzu. Im Folgenden werden die einzelnen Bereiche etwas näher beschrieben. Die Wohnungen im "Schwanenhof" liegen in den Obergeschossen und sind mit einem Lift bequem erreichbar. Laubengänge (überdachte Bereiche) und das offene Treppenhaus verbinden die Wohneinheiten. Man findet dort Tische, kleine Hochbeete, Blumenbeete und viele Sitzbänke und die Bewohner jeglichen Alters nutzen diesen Bereich um sich zu treffen und auszutauschen.

Die Atmosphäre hat uns Besucher gleich in ihren Bann gezogen. Man spürt: hier begegnen sich die Menschen und hier wird ein Miteinander gelebt. Ebenerdig findet man ein paar kleine Läden, sowie ganz wichtig: das Büro des Bürgervereins. Es ist die zentrale Anlaufstelle für Bewohner des "Schwanenhofs", sowie für alle Bürger von Eichstetten, die häusliche oder pflegerische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Auch Freizeitaktivitäten werden von hier aus organisiert.

 

Im Gebäude nebenan, dem „Adlergarten“, ist eine Pflegegruppe untergebracht. Sie bietet Platz für ältere und pflege- bzw. betreuungsbedürftige (auch an Demenz Erkrankte) Eichstetter und umfasst eine 24-Stundenbetreuung. Es handelt sich um eine selbstverwaltete Pflegewohngruppe . Dies bedeutet die Bewohner, bzw. deren Angehörige bestimmen welcher Anbieter (kirchliche Sozialstation oder privater Pflegedienst) welche Pflegedienste übernimmt und alles was den Alltag betrifft. Das Konzept ermöglicht so größtmögliche Selbstbestimmung der BewohnerInnen bei optimalem Betreuungsangebot, in familiärer Atmosphäre. Die Pflegegruppe verfügt über zehn Einzelzimmer, ein Doppelzimmer, zwei Pflegegemeinschaftsbäder und einen großen gemeinsamen Koch/Ess- und Wohnbereich. Die Gruppe befindet sich im Erdgeschoss und wird durch einen kleinen übersichtlichen Garten mit einem kleinen Rundweg, Blumen, Rasenfläche und sogar eine kleiner Voliere ergänzt. Damit bietet es die Atmosphäre von einem privaten Zuhause. Die Gruppengröße und deren Überschaubarkeit tragen zu diesem Gefühl bei. Pflegedienste übernehmen die Fachkräfte der örtlichen Kirchlichen Sozialstation. Weiterhin unterstützen sogenannte „AlltagshelferInnen“ die Bewohner des "Adlergartens" beim Gelingen des Alltages (Z.B. Kochen, aufräumen). Die AlltagshelferInnen sind Menschen aus dem Ort, meist Frauen, die speziell hierfür weitergebildet wurden. Die Bewohner werden, soweit Sie daran Interesse haben, beim gemeinsamen Kochen, Wäsche erledigen und Pflanzen versorgen mit einbezogen. Jeder trägt dazu das bei, was er noch leisten kann. Die Arbeit der Alltagshelferinnen ist besonders wertvoll, da die Frauen meist aus Eichstätten sind und für die Bewohner die Verbindung zum Ort sind. Aktuelles und alte Geschichten aus dem Ort werden ausgetauscht.

Bei der selbstverwalteten Pflegegruppe leben die Menschen sozusagen in ihren privaten Räumen in einer Wohngemeinschaft und kaufen sich die Dienstleistungen im pflegerischen Bereich (24 Stundenbetreuung, medizinische Leistungen), die sie benötigen dazu. Dazu gibt es Kooperationsverträge mit den Pflegediensten, in diesem Fall der Kirchlichen Sozialstation. Die Verträge sind auf 1-2 Jahre befristet. Somit hat die Wohngruppe immer die Möglichkeiten anzupassen oder bei Bedarf zu wechseln. Frau Höfflin eine Vertreterin der Kirchlichen Sozialstation, hat uns mit einigen Ausführungen Einblicke in den Alltag gewährt und die Arbeit und Ansprüche einer Pflegegruppe erklärt. Besonders die Selbstbestimmung, die sich von Pflegeheimen unterscheidet hat sie in den Vordergrund gestellt.

 

Betrieben wird das Projekt durch einen Bürgerverein. Betreutes Wohnen, Tagespflege, Pflegewohngruppe und selbständiges Wohnen gehen hier Hand in Hand. Der Bürgerverein arbeitet mit Ehrenamtlichen, mit Pflegediensten und mit „Alltagshelferinnen“ zusammen um älteren Bürgern das selbstbestimmte Leben und das Meistern des Alltags in der gewohnten, dörflichen Umgebung zu ermöglichen. Das Büro des Bürgervereins ist dabei die zentrale Anlaufstelle für alle, die sich informieren wollen, die gerne im „Schwanenhof“ oder im „Adlergarten“ wohnen wollen oder die helfend mit eingreifen wollen. Der Bürgerverein ist ein großartiges Beispiel für Bürgerschaftliches Engagement. Hier wurde nicht gewartet bis die „große Politik“ etwas für die älteren Menschen tut, sondern es wurden die Möglichkeiten, die sich bieten, also die politischen Rahmenbedingungen, genutzt um mit Eigeninitiative, Kreativität und Entschlossenheit neue Lösungen zu schaffen. Der Erfolg gibt den Initiatoren Recht. Die Angebote werden sehr gut in Anspruch genommen und das Projekt wächst weiter.

Seit zwei Jahren beherbergt der Schwanenhof das Tagescafé „Miteinander“, das integrativ arbeitet. Das heißt Menschen mit Behinderungen haben hier die Möglichkeit mitzuarbeiten. Werktags wird für die Bevölkerung ein Mittagstisch angeboten, am Wochenende ergänzen Kaffee und Kuchen das Angebot. Das Tagescafé hat sich in kürzester Zeit zu einem beliebten Treffpunkt der älteren Menschen mit ihren Familien und Freunden entwickelt. Das Café kommt so gut an, dass inzwischen 140 Essen täglich zubereitet werden und Kindergarten und Schule mitversorgt werden. Es ist zweifellos eine Bereicherung für alle Bürger in Eichstetten.

 

Aus den gesammelten Informationen lassen sich auch für Stutensee innovative Wege für das Wohnen im Alter entwickeln.

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